TOP 1: Logisches System der Wahrheiten über das Bewusstsein Er sagte, dass es eine Reihe von Wahrheiten gebe, welche die alten und auch die neuen Seher über das Bewusstsein herausgefunden hätten. Diese Wahrheiten seien, der Verständlichkeit halber, in ein bestimmtes logisches System gebracht. Die Kenntnis des Bewusstseins, erklärte er, bestünde nun im Verinnerlichen des ganzen Systems dieser Wahrheiten. DFvi S. 42 Erste Wahrheit: „Die erste Wahrheit lautet, dass die Welt das ist was sie zu sein scheint. Und es doch nicht ist“ <...> „Sie ist nicht so fest und so wirklich, wie unsere Wahrnehmung uns glauben macht. Aber sie ist auch keine Fata Morgana. Die Welt ist keine Illusion, wie man immer sagt; sie ist einerseits real und andererseits irreal. Beachte dies gut, denn man muß es verstehen, nicht nur einfach akzeptieren. Wir nehmen wahr. Dies ist ein Faktum. Aber was wir wahrnehmen, ist kein solches Faktum, denn wir lernen, was wir wahrnehmen sollen. Zweite Wahrheit: Der Mensch ist aus den Emanationen des Adlers geschaffen und er ist im wesentlichen eine Blase leuchtender Energie; jeder von uns ist von einem Kokon umhüllt, der einen kleinen Teil dieser Emanationen einschließe. Dritte Wahrheit: Bewusstheit entsteht durch einen Konstanten Druck, den die Emanationen außerhalb unseres Kokons, genannt die allgemeinen Emanationen, auf jene im Inneren unseres Kokons ausüben. Vierte Wahrheit: Bewusstheit führt zu Wahrnehmung, und zwar dann, wenn die Emanationen im Inneren unseres Kokons sich an den entsprechenden allgemeinen Emanationen ausrichten. Fünfte Wahrheit: Wahrnehmung kann stattfinden, weil es in uns eine Wirkkraft gibt, genannt der Montagepunkt, der innere und äußere Emanationen für eine solche Ausrichtung auswählt. Diejenige Ausrichtung, die wir als unsere Welt wahrnehmen, ist abhängig von der jeweiligen Stelle, an der sich der Montagepunkt befindet. DFvi S. 111/112 <...> man muß sich vor allem bewusst werden, dass die Welt, wie wir sie wahrnehmen, eine Folge der Tatsache ist, dass unser Montagepunkt an einer Stelle auf unserem Kokon sitzt. Sobald man das begriffen hat, kann man den Montagepunkt – infolge neuer Gepflogenheiten – beinahe willentlich verschieben. Der Sitz des Montagepunktes ist von Mensch zu Mensch verschieden. DFvi S. 114 Die letzte Wahrheit lautet: Der Montagepunkt kann, sobald er sich über eine gewisse Grenze hinausbewegt, Welten zusammensetzen, die sich völlig von der uns bekannten Welt unterscheiden. DFvi S. 142 <...> Die neuen Seher waren ungemein praktisch denkende Leute,“ <...> „ Sie befassten sich nicht mit dem Ausspinnen rationaler Theorien. <...> „Du zum Beispiel, als der neue Nagual, müsstest sagen, dass das Bewusstsein die Wahrnehmung entstehen lässt. <...> Der inner Dialog sei ein Prozess, der die Position des Montagepunktes dauernd festige, denn diese Position sei eine willkürliche und bedürfe einer solchen Verstärkung. <...> Sobald das innere Schweigen erreicht sei <...> begännen die Bindungen, die den Montagepunkt an seinen jeweiligen Platz binden, sich aufzulösen, und der Montagepunkt werde frei und bewege sich. DFvi S. 137 „Das Geheimnis ist außerhalb von uns“ <...> „In uns haben wir nur Emanationen, die bestrebt sind, den Kokon aufzubrechen, und diese Tatsache leitet uns auf mancherlei Weise in die Irre, ganz gleich, ob wir Durchschnittsmenschen oder Krieger sind. Nur die neuen Seher sind dem gewachsen, Sie bemühen sich, zu sehen. Und durch die Verschiebung ihres Montagepunktes gelangen sie zu der Erkenntnis, dass das Geheimnis im Wahrnehmen selbst liegt. Nicht so sehr in dem, was wir wahrnehmen, sondern in dem, was uns wahrzunehmen befähigt. Die Emanationen außerhalb des Kokons, so sagte Don Juan, die auch als allgemeine Emanationen bezeichnet würden, übten einen Druck auf die Emanationen im Inneren des Kokons aus, und dieser Druck sei bei allen Lebewesen gleich stark. Doch die Folgen seien bei ihnen allen ganz verschieden, weil ihr Kokon auf jede erdenkliche Weise auf diesen Druck reagieren könne. Und dennoch gebe es, innerhalb bestimmter Grenzen, Gradabstufungen der Uniformität. „Die Emanationen des Adlers sind mehr als nur Lichtfasern“ <...> „Jede einzelne ist eine Quelle grenzenloser Energie. Du kannst es dir so vorstellen: da manche der Emanationen außerhalb des Kokon die gleichen sind wie jene im Innern, wirken ihre Energien wie ein anhaltender Druck. Aber der Kokon isoliert die Emanationen im Innern seines Geflechts und steuert auf diese Weise den Druck. DFvi S. 59 Bewusstsein entwickelt sich seit dem Moment der Empfängnis DFvi S. 66 Zur Erklärung der Bewusstheit fasste er noch einmal zusammen, dass Bewusstheit mit einem anhaltenden Druck einsetze, den die Emanationen insgesamt auf die in dem Kokon eingeschlossenen ausübten. Dieser Druck bewirke den ersten Akt der Bewusstheit; er bringe die Bewegung der eingeschlossenen Emanationen zum Stillstand, die darum kämpften, den Kokon aufzubrechen - die darum kämpften, zu sterben. TOP 4: Die Glut der Bewusstheit Ich sagte dir schon, dass die alten Seher Meister im Umgang mit dem Bewusstsein waren, <...> „Jetzt kann ich hinzufügen, dass sie deshalb Meister dieser Kunst waren, weil sie gelernt hatten, die Struktur des menschlichen Kokon zu manipulieren. Sie hatten, wie ich dir sagte, das Geheimnis des Bewusstseins enträtselt. Damit will ich sagen: sie sahen und erkannten, dass im Bewusstsein ein Glutschimmer im Kokon der Lebewesen steckt. Mit Recht nannten sie ihn die Glut des Bewusstsein.“ Wenn Seher sehen, dann ist dabei etwas beteiligt, das alles erklärt, während die Neu-Ausrichtung stattfindet. <...> Es ist eine Stimme, die ihnen zuflüstert, worum es geht. Wenn diese Stimme nicht da ist, dann ist das, was der Seher tut, kein Sehen. Im Sinne dessen, was die Seher sehen, ist die erste Aufmerksamkeit die zu ultra-hellem Leuchten entwickelte Glut der Bewusstheit <...> Aber es ist eine Glut, die sozusagen an der Oberfläche des Kokon fixiert ist. Es ist eine Glut, die das Bekannte umfasst. Die neuen Seher <...> trieben die Beherrschung des Bewusstseins bis ins Extrem und ließen die Glut der Bewusstheit auf einen Schlag über die Grenzen des leuchtenden Kokon hinausgreifen. Die neuen Seher behaupteten nun, <...> dass die Glut der Bewusstheit, sobald sie - im Laufe unserer Entwicklung – auf das menschliche Band der Emanationen fällt und einige von ihnen auswählt, um sie hervorzuheben, in einen ewigen Kreislauf gerate. Je stärker der Montagepunkt gewisse Emanationen hervorhebe, desto stabiler werde seine Position. Im gleichen Sinne könne man sagen, dass unser Befehl zum Befehl des Adlers wird. Wenn sich unser Bewusstsein zur ersten Aufmerksamkeit weiterentwickele, dann werde der Befehl selbstverständlich so mächtig, dass es einen echten Sieg bedeute, diesen Teufelskreis zu durchbrechen und den Montagepunkt in Bewegung zu setzen. DFvi S. 126 Und was die neuen Sehen in der Glut der Bewusstheit sahen, veranlasste sie dann, wie Don Juan erzählte, jene bereits von den alten Sehern entdeckten Wahrheiten über das Bewusstsein zu einem neuen System zusammenzufassen. Dieses System nannten sie die Beherrschung des Bewusstseins, und darauf aufbauend, entwickelten sie diese drei Techniken: erstens, die Kunst des Pirschens, zweitens, die Meisterschaft der Absicht, und drittens, die Meisterschaft des Träumens. DFvi S. 167/168 Nach großen Mühen <...> wären die Seher zu dem Schluß gelangt, dass das Bewusstsein erwachsener Menschen, durch das Wachstum gereift, nicht mehr als Bewusstsein bezeichnet werden könne, weil daraus etwas Stärkeres und Komplexeres entstanden sei, das die Seher als Aufmerksamkeit bezeichneten. Aufmerksamkeit, sagen die Seher, ist die Nutzung und Mehrung des Bewusstseins durch den Vorgang des Lebendigseins. Näheres zu den drei Arten der Aufmerksamkeit auf den Seiten 73/74. <...> die neuen Seher hätten, als sie die erste Aufmerksamkeit überprüften, erkannt, dass alle organischen Lebewesen, außer dem Menschen, bestrebt seien, ihre entflammten, eingeschlossenen Emanationen zu beruhigen, damit diese Emanationen sich ihren Gegenstücken draußen angleichen könnten. Der Mensch mache dies nicht; vielmehr erstelle seine erste Aufmerksamkeit ein Inventar der Emanationen des Adlers im Inneren seines Kokon. <...> „Der Mensch weiß um die Emanationen, die er in seinem Kokon trägt“ <...> „Kein anderes Wesen tut dies. In dem Augenblick, da der Druck der allgemeinen Emanationen die Emanationen im Inneren fixiert, beginnt die erste Aufmerksamkeit sich selbst zu beobachten. Sie bemerkt alles an sich, oder versucht es wenigstens, wie sehr sie auch irren mag. Diesen Vorgang bezeichnen die Seher als Aufstellung eines Inventars. Ich will damit nicht behaupten, dass der Mansch sich bewusst dafür entscheidet, ein Inventar aufzustellen, oder dass er sich weigern könnte, dies zu tun. Der Befehl des Adlers schreibt vor, das Inventar anzulegen. Was allerdings dem freien Willen unterliegt, ist die Art, wie dieser Befehl ausgeführt wird.“ Der Montagepunkt <...> sei auch dafür verantwortlich, dass sich die Wahrnehmung der ersten Aufmerksamkeit in Bündeln organisiere. Ein Beispiel für ein solches Bündel von Emanationen, die gemeinsam hervorgehoben würden, sei der menschliche Körper, wie wir ihn wahrnähmen. Ein anderer Teil unseres gesamten Wesens, nämlich unser leuchtender Kokon, erfahre keine Hervorhebung durch die erste Aufmerksamkeit und falle daher dem Vergessen anheim. Denn der Montagepunkt bewirke nicht nur, dass wir Emanationen in Bündeln wahrnehmen, sondern auch, dass wir andere Emanationen vergessen. <...> der Krieger ist auf der Welt, um sich zu einem vorurteilslosen Zeugen heranzubilden. Er will das Mysterium unseres Daseins verstehen und den Triumph genießen, schließlich herauszufinden, was wir wirklich sind. Dies ist das höchste Ziel der Krieger. <...> Der Pfad der Krieger sei deshalb so gefährlich, <...> weil er das gerade Gegenteil der Lebenssituation des modernen Menschen darstelle. Der moderne Mensch habe das Reich des Unbekannten verlassen und sich im Reich des Funktionalen häuslich eingerichtet. |